Beschäftigung von Eseln

Ich hab zwei interessante Seiten entdeckt die allerdings in Englisch sind. Auf der Seite von The Donkeysanctuary wird das Thema aufgegriffen und es werden auch viele Beispiele genannt. Das Thema wird hier noch ausführlicher behandelt.

https://www.thedonkeysanctuary.org.uk/what-we-do/knowledge-and-advice/for-owners/environment-enrichment

Die Beispiele sind hier zu finden:

https://view.pagetiger.com/EnvironmentalEnrichmentforDonkeys/EnvironmentEnrichmentfordonkeys

Ich hab das Ganze mal kurz übersetzt:

Einen Karton mit Leckerlies oder Stroh- und Eselfutter ins Gehege legen, so dass Esel arbeiten müssen, um herauszufinden was drin ist. Damit werden die Neugierde und die geistigen Fähigkeiten gefördert.

Im Gehege Eselfutter verteilen dass unter Eimern versteckt ist. Steigerung: Die Eimer mit Decken bedecken.

Gummiestiefeln die mit Vanilleextrakt behandelt wurden ins Gehege legen. Der Gedanke dabei ist, dem Esel einen neue Dufterlebnisse sowie neue Futtererlebnisse zu ermöglichen.

Verschmieren / Platzieren von Bananen entlang Zäunen und Baumstämmen. Geistige Fähigkeiten werden gefördert, die Neugierde wird geweckt, neuartige Gerüche und Geschmacksrichtungen werden gelernt und die Esel bewegen sich mehr

Löcher in Baumstämme oder Holz bohren und mit (unbekannten) Lebensmitteln füllen und im Gehege aufhängen.

Aus einem Geschirrtuch, Handtuch etc ein Paket formen, sie mit Leckerlies befüllen und zubinden (Vorsicht: die Schnur kann eventuell verschluckt etc werden). Die Esel werden beschäftigt und müssen sich das Futter erarbeiten.

Apfel- und Möhrenstücke, durch die ein kleines Loch an einer Schnur befestigen und aufhängen (Vorsicht Schnur)

Futter verstreuen bzw an verschiedenen Orten platzieren.

Die Höhe ändern in der ein Esel nach Futter sucht. Dadurch wird auch die Fütterungszeit erhöht.

Ein ca 14cm großes Abflussrohr in das Löcher gebohrt werden, auf den Boden legen und mit Haselnüssen, Buchenholz oder Zweigen füllen, an die die Esel herankommen müssen. Steigerung: Das Rohr aufhängen. (Haben wir gemacht, der Rohr muss auch gerollt werden damit das Innere herausfällt. Manche Esel verstehen das, andere brauchen länger.)

Ganz „einfach“: Die Umgebung verändern um die Esel zum Nachdenken zu bringen und um Routine und Langeweile zu vermeiden.

Ginsterzweige aufhängen oder in Futtertrögen zur Verfügung stellen. Esel knabbern gern an Ginster, die Zweige müssen aber aufgrund der Stacheln vorsichtig gegessen werden. Steigerung: die Zweige aufhängen

Die Zugangsorte für die Weide etc verändern. Damit könne sie nicht mehr den direkten Weg nehmen sondern müssen sich mehr bewegen.

Eine Schachtel mit Löchern basteln und darin Kräuter platzieren die dann durch die Löcher wachsen.

Rüben aufhängen.

Ungiftige Kräuter und Futterpflanzen anpflanzen. (Vorsicht: Die Esel knappern auch gerne die Jungpflanzen ab)

Natürlich Bodenarbeit (Beispiele sind hier ja aufgeführt), mehr Zeit mit der Pflege verbringen und mit den Eseln spazieren gehen. Allgemein: mehr Zeit mit den Eseln verbringen.

Spielzeuge ins Gehege legen (Beispiele sind auf hier Seite zu finden). Esel streiten außerdem gerne um die Gegenstände.

Brombeeren, getrocknete Brennnesseln und Disteln in ein kleines, gelochtes Heunetz stecken

Einen Spiegel der natürlich nicht abfallen oder zerbrechen darf im Gehege platzieren.

Genauer werden die Beispiele unter dem zweiten Link beschrieben (auf Englisch halt).

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Reiten von Eseln

Argumente gegen das Reiten:

  • Schmale Schulter- und Rückenpartie des Esels
  • Esel sind (auch wenn das unnatürlich ist) Lasten- aber keine Reittiere
  • Aufgrund des fast geraden Rückens passen ihm handelsübliche Sättel von Pferden nicht
  • Die meisten Menschen können nicht reiten, einfach draufsetzen ist eine zusätzliche Belastung für das Tier
  • Esel leiden still und können nicht mitteilen wenn sie Schmerzen haben

Aus einem Pferdforum (eseltier.de) hab ich folgende Informationen:
Die Informationen sind wohl von einer Tierärztin, ich übernehme aber keine Gewähr dafür.

  • Das Schulterblatt ist nur über Sehnen und Muskeln mit dem Rumpf verbunden und ein Esel hat im Vergleich zum Pferd eine weniger geschwungene Wirbelsäule
  • Außerdem hat ein Esel einen geringeren Drehpunkt des Schulterblattes als ein Pferd (das einfach mal googlen).
  • Die Winkelung des Schulterblattes zur Wirbelsäule (Widerrist) liegt bei fast 90°, was den Ansatz der Muskulatur, die Stoßdämpfung und die Kraftübertragung verändert.
  • Ein Esel hat eine lange Brücke und kurze stabilisierende Ständer: Je kürzer die Brücke im Vergleich zu den Ständern ist und je stabiler diese Ständer, umso mehr kann ein Tier tragen .

Argumente für das Reiten

  • Kleinere Kinder kann man durchaus auf einen Esel wenn er geeignet ist setzen (max. 20% vom Körpergewicht des Esels)
  • Für die Kinder ist es natürlich immer was besonderes mal auf einen Esel geritten zu sein
  • Esel können natürlich grundsätzlich Lasten tragen
  • langsamer, ruhiger Schritt der Esel
  • Geduld der Esel
  • Esel sind schmaler (und natürlich im Durchschnitt kleiner) als Pferde so dass das Aufsteigen leichter geht und das Tier besseren Halt bietet, allerdings kann man bei entsprechender Haltung auch schnell über den Hals rutschen

Das Thema wird zwischen Befürworten und Gegnern immer heiß und hitzig diskutiert, unter dem Strich denke ich aber dass es objektiv sehr gute Gründe gibt Esel nicht zu reiten.

siehe dazu auch: https://ahiyus.de/wandern-und-reiten/

Quellen:
Anahid Klotz: Esel und Mensch
eine Osteopathin, nach deren Aussage Pferde schon unter dem reiten leiden und das bei Eseln noch schlimmer ist
eine Aussage von Thekla Friedrich die ich im Eseltier.de – Forum gefunden habe Link dahin
Judith Schmidt: Der Esel in der tiergestützten Intervention

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