Charakter eines Esels

Esel sind sehr sanftmütige Tiere mit kaum Aggressionspotential (außer Hengste). Sie verzeihen somit auch Fehler die der Mensch gegenüber ihnen begeht. Sie sind sehr intelligent und überlegen zunächst ob sie etwas wirklich tun sollen (z.B. eine Aufgabe die ihnen von einem Menschen gestellt wird). Das wird oft als stur bewertet. Der Esel aber überlegt z.B. zunächst ob er durch die Pfütze gehen soll oder ob das nicht zu gefährlich für ihn ist. Durch ihre Klugheit können sie auch eine intensive Beziehung zum Menschen aufbauen. Sie können dadurch sehr gut Mimik und Gestik ihres Gegenübers interpretieren und das Befinden des Menschen reflektieren.

Esel haben zeigen ihre Angst nicht so deutlich so dass sie in Gefahrensituationen (Raubtier) nicht wegrennen. Deswegen werden sie auch als Herdenschutztiere eingesetzt (wogegen aber einiges spricht, siehe Herdenschutztiere). Allerdings haben wir auch schon immer mal wieder Situationen erlebt in denen sie überraschenderweise Angst hatten und dies auch deutlich gezeigt haben (z.B. haben sie vor Kühen Angst), außerdem haben sie Angst vor Geräuschen die sie nicht zuordnen können, typischerweise Sturmgeräusche.

Sie sind sehr soziale Tiere die in einer Herde in der Regel immer einen zweiten Esel haben mit denen sie sich besonders gut verstehen (Pärchenbildung).
Sie können sehr gut Geräusche wahrnehmen, sehr gut (farbig) sehen und natürlich mit ihren großen Ohren ausgezeichnet hören. Dadurch werden Gefahren von Raubtieren schon frühzeitig erkannt. Außerdem haben Esel ein sehr gutes Gedächtnis und können sich an einen Mensch z.B. noch Jahrzehnte nach dem letzten Kontakt erinnern.

Esel sind außerdem sehr ausdauernd und können viel ertragen ohne dass sie sich das anmerken lassen. Dadurch wurde der Esel in der Vergangenheit gerne als Lasttier verwendet. Das heißt aber auch dass sie Krankheiten sehr gut verbergen können und der Mensch oft erst sehr spät merkt dass sein Tier krank ist.

Irgendwie hab ich subjektiv auch das Gefühl dass die Stimmung bei allen Tieren in der Herde gleich ist. Eigentlich sind immer alle drei Tiere gemeinsam aufgeregt oder wirken müde oder wirken recht ruhig und entspannt, ganz selten dass mal ein Tier nur aufgeregt ist und die anderen dann ruhig sind.

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One Reply to “Charakter eines Esels”

  1. Nach meinen Beobachtungen können Esel auch sehr viel Angst haben. Unbekanntes kann unter Umständen sogar zur Panik führen. Viele Fachbücher enthalten diesbezüglich Fehlinformationen. Dank der Möglichkeit meine eigenen fünf Esel und die neun Esel einer Freundin ausbilden zu dürfen, wage ich das zu beurteilen. Speziell Tiere, die sehr früh von der Mutter getrennt wurden oder mit wenigen Reizen groß geworden sind, zeigen eine geringe psychische Belastbarkeit. Die mentale Stabilität eines Tieres hängt selbstverständlich auch von seinem Charakter ab, doch man kann diese durch gezielte Ausbildung stärken. Mein bissiges Eselchen ist eine kleine alte Dame (lt. Vet.ca 30 Jahre), die auch mal gezielt tritt, wenn man glaubt ihre Warnungen ignorieren zu können. Ihre Kleinwüchsigkeit (Stckm 95cm) hält sie nicht davon ab, sich in der Herde zu behaupten. Was dem Esel zur Ehre gereicht, ist sein Mut. Hat ein Esel Vertrauen gefasst, kann er seine Ängste überwinden, folgt über klapprige Holzbrücken, stapft durch Wasserpfützen und flache Furten, sein Mut kann seine Angst besiegen. Doch hüte dich vor seinem Zorn, speziell die Hengste können eine unglaubliche Aggression aufbauen. Esel sind sehr emotionale Wesen und spiegeln ihre Erfahrungen mit Menschen, waren diese gut begegnet man einem kooperativen Tier, das dem Menschen zugewandt ist. Im gegenteiligen Fall kann es sehr zeitintensiv werden, bis man ein fehlgeprägtes Tier vom Gegenteil überzeugt. Der Stolz eines Esels ist eine seiner Charakterstärken, dieser ist recht fragil und sollte nicht gebrochen werden. Meine Esel haben mich gelehrt, dass ich mir diesen Stolz wunderbar zu nutze machen kann, überschwengliches Lob motiviert diese intelligenten Wesen und sie lernen gern, wenn man sich die Mühe macht, ihnen das Gewünschte verständlich zu machen. An uns ist es, diese Verantwortung bewusst zu tragen. Den Esel nicht zu überfordern und seiner nachdenklichen Art gerecht zu werden. Die einfache Vermehrung von Eseln hat auch unerwünschtes, ursprüngliches Verhalten in die heutige Zeit gezogen. Eine gezielte Zucht, bei der auch bei den Hengsten auf Sanftmut geachtet wird, kann sich nicht von heute auf morgen durchsetzen, doch genau diese Bewertung des Interieur ist auf einem guten Weg.

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