Die einzelnen Verhaltensweisen und ihre Anzeichen

Die einzelnen Verhaltensweisen

Begrüßen
Interesse für etwas bekunden
Dösen
Angst und Misstrauen
Flehmen
Gähnen
Beißen
Unterlegenheit
Putzen und kratzen
Ruhen und Entspannen
Unbehagen
Sympathie
Esel ist gereizt
Drohen und streiten
Verjagen und Verteidigen
Kämpfen
Treiben
Ungeduld
Unwohlsein
Spielen
Freude
Dominanz
Esel ist rossig
Wälzen
Kommunikation mit dem Menschen

Begrüßen und Erkunden

Esel stupsen sich dazu gerne mit der Nase an und beschnuppern sich gegenseitig.
Die Ohren sind interessiert und aufmerksam auf den anderen Esel, den Menschen oder auch einen Gegenstand gerichtet. Der Hals ist vorgestreckt und der Kopf nähert sich dem unbekannten Individuum. Die Oberlippe wird leicht nach vorn geschoben um sein Gegenüber zu erkunden.

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Interesse, Neugierde

Interessiert sich der Esel für etwas richtet er seine Ohren in Richtung des Objektes. Der Blick ist dabei sehr fokussiert und konzentriert, der Kopf ist erhoben und nach vorn gerichtet.

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Dösen

Die Ohren liegen locker zur Seite, die Augen sind halb geschlossen, fallen manchmal kurz zu und die Unterlippe hängt oft entspannt nach unten Bild: Esel döst.

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Angst und Misstrauen

Der Esel erstarrt mit erhobenen Kopf, die Ohren sind nach hinten gerichtet oder bewegen sich nervös nach vorn und hinten. Die Augen sind weit geöffnet und auf das Objekt das Angst macht gerichtet. Esel laufen bei Gefahr nicht weg. Meistens rennen sie wenige Schritte von der Gefahrenquelle weg, bleiben  dann stehen und erkunden die jeweilige Situation. Wird die Angst stärker beginnt der zu schnauben und läuft seitlich.
Die Angst und der Stress kann dann soweit gehen dass die Esel Durchfall bekommen, wild umher rennen, blechern schnauben und sich gegenseitig beißen. Penny ist auch schon mal über einen kleineren Zaun gesprungen. Der Übergang zwischen Aufmerksamkeit und Angst ist manchmal nur schwer zu erkennen.
Man sollte nicht angestrengt in die gleiche Richtung schauen um die Esel nicht noch in ihrer Angst zu bestärken. ➚ Bilder dazu.

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Flehmen

Der Kopf wird nach oben gestreckt, die Nüstern verschlossen und die Zähne bleiben verschlossen. Auf diese Weise gelangt Luft an das sogenannte Jacobsonsche Organ das sich am Gaumen befindet. Es werden so Gerüche wahrgenommen die über die Nase nicht wahrgenommen werden können. Hengste können so Gerüche von Stuten aufnehmen, oft Flehmen auch die Stuten wenn sie rossig sind. ➚ Bilder dazu.

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Gähnen

Das Maul ist weit geöffnet, der Kopf ist weit nach vorn gestreckt, die Augen sind oft geschlossen während des Gähnens. ➚ Bilder dazu.

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Beißen

Will ein Esel beißen werden die Zähne gezeigt und die Ohren sind angelegt. Das Maul ist geöffnet.

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Unterlegenheit

Die Ohren sind angelegt, der Kopf gesenkt und nach vorn gestreckt und das Maul geöffnet. Auch rossige Stuten zeigen diese Mimik.

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Hengstgesicht

Hengste zeigen diese Mimik wenn sie eine Stute bespringen wollen oder sie treiben. Das Maul ist geschlossen, die Oberlippe nach vorn geschoben und heruntergezogen. Die Ohren sind angespannt.

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Putzen und Kratzen

Legt der Esel die Ohren an den Hals und senkt den Kopf möchte er gekratzt werden, oft stupst der Esel auch vorher den anderen Esel an der Seite an.
Dabei kratzen sich Esel gegenseitig am Hals oder am Rücken. Dies ist ein Sozialverhalten und stärkt den Zusammenhalt zwischen den beiden Eseln. Das Maul ist geöffnet und das Fell des anderen Esels wird mit den Zähnen das Oberkiefers gekratzt. ➚ Video dazu.

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Ruhen und Entspannen

Esel können sich im Stehen und Liegen ausruhen und entspannen wobei sie nur in kurzen Intervallen von wenigen Minuten bis zu maximal 1,5 Stunden (bei unseren Eseln) nachts auf dem Boden liegen. Liegen die Esel kann der Kopf nach vorn gestreckt oder erhoben sein . Der Kopf kann aber auch an den Körper angelehnt sein. Er wird dabei nach hinten gedreht. Die Augen sind, wenn überhaupt, immer nur kurz geschlossen.
Im Stehen ruhen Esel in dem sie ein Hinterbein leicht einknicken und es so entlasten. Der Kopf hängt nach unten und die Ohren liegen locker zur Seite.
Eine herunterhängende Lippe bedeutet ebenfalls das der Esel sich entspannt. Manchmal sind dazu auch die Augen kurz geschlossen.
Hier mal ein paar Nachtbilder von unseren Eseln.

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Unwohl fühlen

Hat der Esel Angst oder fühlt sich unsicher erstarrt er. Der Schwanz wird eng an den Körper gedrückt. Der Hals ist aufgerichtet, die Ohren sind angelgt.

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Sympathie

Sind sich zwei Esel sympathisch kratzen sie sich gegenseitig am Hals oder am Rücken wie beim Putzgesicht beschrieben. Sie können auch den Kopf auf den jeweils anderen legen oder auch unter dem Kopf des anderen Esels hindurch laufen.

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Esel ist gereizt

Er legt die Ohren nach hinten und der Schwanz schlägt hin und her.

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Drohen und Streiten

Am Anfang wedeln die Esel dazu zunehmend stärker mit ihrem Schwanz. Die Ohren sind flach nach hinten gelegt, der Kopf und der Hals wird in Richtung des anderen Esels hin und her geschwenkt. In der nächsten Eskalationsstufe stellt sich der Esel mit seinen Hinterläufen in Richtung des jeweils anderen Esels, versucht ihn wegzudrücken und schlägt schließlich mit einem oder beiden Hinterläufen aus. Esel versuchen dabei auch den anderen zu beißen.
Auch auf Distanz kann gestritten werden. Dabei wird der Kopf hin und her geschlagen und zielstrebig auf den anderen Esel zugegangen. Es gibt auch noch weitere sehr subtile Zeichen die nur schwer vom Menschen erkennbar sind.
Gedroht wird oft in dem die Ohren angelegt werden.
Beißt der Esel oder läuft er mit schwingenden Kopf und schlagenden Schwanzbewegungen auf den anderen zu, ist er aggressiv und möchte angreifen.

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Verjagen und Verteidigen

Soll ein Esel verjagt werden wird zuerst immer stärker mit dem Schwanz gewedelt. Führt dies nicht zum Erfolg wendet sich der Esel mit seinem Hinterteil in Richtung des anderen Esels und versucht ihn wegzudrücken. Hat auch dies keinen Erfolg schlägt er mit den Hinterläufen aus.

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Kämpfen

Es kämpfen findet fast nur zwischen männlichen Eseln statt. Es wird versucht den anderen zu beißen und der Esel kann sich dabei auch in den anderen festbeißen. Sie umkreisen sich gegenseitig und können sich auch auf ihre Hinterläufe stellen. Es wird versucht aufzureiten oder sich gegenseitig den Kopf aufzulegen.

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Ungeduld

Sind Esel ungeduldig scharrt er mit den Vorderläufen. Er kann auch ruckartig seinen Kopf in die Höhe strecken.

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Unwohlsein

Der Esel ruft anhaltend, er beißt, scheut, buckelt oder schlägt aus.

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Spielen

Esel können mit Gegenständen spielen in dem sie sie in ihr Maul nehmen und gegebenenfalls auf dem Boden hin und her ziehen. Spielen Esel untereinander ist das dem Kämpfen sehr ähnlich. Allein spielen Esel (bzw. sind ausgelassen) in dem sie umher rennen und den Kopf wild hin und her schwenken. ➚ Video: unsere Esel spielen.

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Esel freut sich

Manchmal machen Esel auch Luftsprünge. Auch kreisförmige Schwanzbewegungen und hoch gehaltener und geschwenkter Kopf drücken Freude aus.

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Dominanz

Der Esel bespringt den anderen Esel. Stuten machen das auch oft während ihrer Rosse. Manchmal legt ein Esel auch seinen Kopf auf den Hals des anderen.

Rosse

Sind Stuten rossig können sie sich gegenseitig bespringen. Der Esel der besprungen wird reckt seinen Hals und Kopf nach vorn, öffnet das Maul und kaut (das sogenannte Rossigkeitsgesicht). Es wird häufig uriniert. Die Esel flehmen in dieser Zeit auch oft. Insgesamt sind sie sehr unruhig innerhalb ihrer Herde.

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Wälzen

Esel wälzen sich zur Fellpflege, der Staub vertreibt die lästigen Fliegen. Außerdem macht es ihnen sichtlich Spaß. Das wälzen beginnt immer mit Hufescharren. Im Gehege wälzen sich die Esel immer nur an bestimmten Stellen.

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Kommunikation mit dem Menschen

Er möchte Aufmerksamkeit oder gestreichelt werden

Stupst den Menschen an

Orientierungslosigkeit, Unsicherheit

Esel drängt beim Führen nach vorn. Der Esel erkennt den Menschen noch nicht als Partner an. Es muss die Beziehung zwischen Mensch und Esel gefestigt werden.

Probleme in der Beziehung Mensch – Esel

Esel zieht  reißt sich bei Kleinigkeiten schon los und läuft voraus. Auch hier gilt: Es muss die Beziehung zwischen Mensch und Esel gefestigt werden

Wenig Konzentration beim Führen

Esel geht zögerlich. Ständiges Ziehen vermeiden, immer nur kurz ziehen und loben wenn er das tut was man von ihm verlangt

Angelehnt an Marisa Haffner: Esel halten, 3. Auflage, S. 21ff

Siehe dazu auch ➚ Die Bedeutung der Mimik, Gestik und der Geräusche eines Esels sowie ➚ Bilder und Videos zur Körpersprache

 

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