Beschäftigung von Eseln

Beschäftigung
Gegen Langeweile
Lernspiele
Kunststückchen

Beschäftigung

Esel sind von Natur aus sehr neugierig, verspielt und beschnuppern und untersuchen gerne Gegenstände. Oft dauert es eine Weile bis sie ein Spielzeug akzeptieren. Sinnvoll ist es immer mal wieder neues Spielzeug ins Gehege zu tun mit dem er sich allein beschäftigen kann, s.u. (Vorsicht – Verletzungsgefahr bei einigen Gegenständen). Somit gewöhnt sich der Esel an die verschiedensten Dinge, wird gelassener und stärkt sein Selbstbewusstsein. Damit hat Spielzeug indirekt auch Einfluss auf die Art und Weise wie ein Esel mit spazieren geht.

Was kann man machen damit Esel sich nicht langweilen:

  • Das wichtigste überhaupt: nicht allein halten!
  • Spielzeug ins Gehege tun, z.B. Eimer , einen Besen, es gibt Gummibälle mit Henkeln oder ähnlichem dran, unserer beißt gerne in Stricke (nur unter Aufsicht – Vorsicht: verheddern), Gummistiefel , Verkehrshütchen,  usw. Also alles was sie ins Maul nehmen können oder rollen können. Man muss natürlich sicherstellen dass die Esel sich nicht verletzen können, das Spielzeug ungiftig ist, sie das Spielzeug nicht verschlucken können oder sich z.B. mit den Hufe drin verheddern können. Man muss halt mal ausprobieren mit was die Esel gerne spielen.
  • Knabberäste ins Gehege legen
  • Spazieren gehen
    • Die Wege dabei so gestalten dass man kleine Herausforderungen mit einbaut. Zum Beispiel quer durch den Wald gehen, an Stellen vorbei gehen an denen Pfützen sind, über kleinere Brücken gehen oder über einen kleinen Bach gehen. Wobei man, je nach Trainingszustand, einplanen muss dass es vor den Hindernissen „etwas“ länger dauert. Das Brückentraining von einem unserer Esel hat auch schon mal 3 Stunden gedauert, siehe ➚Brücken- und Bachtraining.
  • Bodenarbeit
    • Führtraining
    • über kleinere Hindernisse springen lassen
    • Slalom laufen um Hütchen herum
    • Kunststückchen beibringen (siehe unten)
    • longieren (schwer)
    • die ➚ Horsemanship – Spiele spielen
  • Verladetraining

 

Lernspiele für Esel (Beispiele)

  • Teppich ausrollen
  • einige haben es auch schon geschafft dass der Esel einen größeren Ball vor sich her rollt
  • Papierkarton den die Esel zerpflücken können
  • Apfel(stücke) in Wassertrog schwimmen lassen, die Esel müssen den Apfel dann mit dem Maul herausholen und dürfen ihn natürlich fressen
  • rückwärts gehen
  • seitwärts gehen
  • Hütchenspiel: mit dem Maul ein Hütchen hochheben
  • Kissenschlacht: ein Kissen hin und her wedeln mit dem Maul.

 

Kunststücke

  • Steigen
  • auf Podest steigen (nur mir Vorderläufen / mit allen Beinen)
  • Apportieren: Etwas mit dem Maul (Wasserflasche z.B.) hochheben
  • einen Vorderhuf hochheben (Winken)
  • Kiste mit Klappdeckel aufmachen
  • auf Podest steigen lassen
  • über Plane gehen lassen
  • über eine Wippe gehen

 

Die Spiele Hütchenspiel, Kissenschlacht, Ballspiel, über eine Plane gehen, Teppich ausrollen, Apfel tauchen, Podest erklimmen und Kiste öffnen sind im folgenden etwas genauer beschrieben.

Kissenschlacht

Zeigt der Esel überhaupt Interessen am Kissen? Wenn nicht gehen wir langsam mit dem Kissen auf den Esel zu und sobald der Esel den kleinsten Schritt zurück macht gehen wir auch wieder zurück (Prinzip Annäherung und Rückzug aus dem Horsemanship). Irgendwann wird der Esel Interesse für das Objekt bekunden, dann legen wir das Kissen auf den Boden und warten bis der Esel darauf zugeht. Tut der Esel etwas im Sinne der Übung loben wir ihn. Irgendwann wird er es beschnuppern, rein beißen wollen etc. Dann hat er seine Angst verloren. Diese Prinzip, kurz zusammengefasst, kann man auf alle Gegenstände anwenden wovor der Esel Angst hat.

Wir loben anschließend wenn der Esel das Kissen hochhebt.

Das Hütchenspiel

Hat der Esel Angst vor dem Hütchen wenden wir wieder das Prinzip Annäherung und Rückzug an. Anschließend loben wir wieder wenn der Esel es ableckt oder anbeißt und anschließend wenn er das Hütchen hochhebt.

Ballspiel

Zunächst üben wir dass der Esel keine Angst vor dem Ball hat. Das Prinzip ist wieder das gleiche wie bei der Kissenschlacht. Eventuell stupst der Esel den Ball dann mit dem Maul oder sogar den Huf an, dann loben wir wieder. Anschließend können wir den Ball auch etwas wegrollen, vielleicht geht der Esel ja hinterher.

Über eine Plane gehen

Wir führen den Esel an die Plane heran. Hat er Angst -> Annäherung und Rückzug. Dann tun führen wir weiter in die Richtung über die Plane. Der Esel wird stehen bleiben. Wir ziehen leicht, steigern die Kraft und sobald der Esel eine noch so kleine Bewegung in Richtung der Plane macht, den Huf hochhebt usw. lassen wir sofort das Seil locker und loben. Das machen wir solange bis der Esel auf der Plane steht, dann loben wir wieder kräftig und führen den Esel wieder von der Plane herunter.

Teppich ausrollen

Sobald der Esel sich den Teppich ansieht oder beschnüffelt loben wir ihn. Anschließend loben wir nur noch sobald der Teppich sich nur etwas bewegt hat. Dann üben wir dass der Esel auf den Teppich geht. Wir können ihn z.B. darauf führen und sofort wieder loben sobald er etwas im Sinne der Übung tut (Huf anheben, Huf auf Teppich stellen etc). Das Prinzip ist das gleiche wie wenn man übt über eine Plane zu gehen. Anschließend kann man Leckerlies im Teppich mit einrollen. Oder wir loben ihn wieder sobald er den Teppich anstupst usw.

Apfel tauchen

Man muss beobachten wie geschickt sich die Esel dabei anstellen. Fällt es ihnen schwer kann man die Wasserhöhe erstmal nur sehr gering halten. Außerdem kann man die Größe des Wassergefäßes variieren.

Podest erklimmen

Man führt den Esel zunächst an das Podest heran. Anschließend kann man einen Vorderfuß auf das Podest stellen und lobt dann wieder. Man kann aber auch so tun als gebe es das Podest gar nicht und führt einfach weiter. Der Esel bleibt natürlich vor dem Podest stehen. Dann wenden wir wieder die aus dem Horsemanship bekannten Regeln an. Wir ziehen leicht am Strick, erhöhen den Druck und sobald der Esel einen kleinen Schritt auf das Podest zu oder sogar auf das Podest macht loben wir wieder und lassen SOFORT den Druck nach. Der Esel wird vielleicht versuchen um das Podest herumzugehen, dann gehen wir eben von einer anderen Seite auf das Podest.

Kiste öffnen

Wir sorgen wieder dafür dass der Esel keine Angst vor der Kiste hat und lassen die Kiste anschließend wieder beschnüffeln. Dann wird wieder gelobt. Dann wird der Esel nur noch gelobt wenn wenn der Esel die Kiste auf der Seite berührt auf der der Deckel aufgeht. Irgendwann wird der Esel den Deckel leicht anheben, dann loben wir wieder usw. Aufpassen muss man natürlich dass der Deckel dem Esel nicht auf die Schnauze fällt.

 

Quellen:

Einige Ideen sind aus dem Buch Nathalie Penquitt: Lernspiele für Pferde entnommen und auf Esel angepasst worden.

 

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