Verdauung

Bei Equiden spielt der Magen eine eher untergeordnete Rolle. Beim Esel ist er etwa 5 Liter groß (Mensch +/- 1,5 Liter, Pferd 5-15 Liter). Der Magen ist säurehaltig, die Säure wird durch den Speichel im Mund, der mit in den Magen gelangt, gepuffert, also neutralisiert. Außerdem werden im Maul beim kauen Enzyme für die Verdauung freigesetzt. Entscheidend für das Sättigungsgefühl ist nicht der Mageninhalt sondern die Anzahl der Kaubewegungen! Esel haben einen Schließmuskel der verhindert dass die Nahrung zurückfließt weshalb Esel auch nicht erbrechen können. Ist der Magen voll und der Esel ist auf ein bestimmtes Futter gierig kann es zu Gärungen im Magen und zu Verstopfung kommen.
Der Magen produziert im Gegensatz zum menschlichen Magen ständig Säure nach. Aufgrund der geringen Magengröße und der ständigen Säureproduktion müssen Esel ständig kleine Portionen essen.
Wichtig ist dass der Nahrungsbrei ordentlich durchsäuert wird, was voraussetzt dass die Nahrung zuvor gut gekaut wurde (was bei Zusatzfutter wie Mash oft ein Problem ist weil das nicht gekaut werden muss). Der Nahrungsbrei sollte möglichst homogen und feucht (mit Enzymen vermischt)  im Magen ankommen damit der Brei dem Magen schnell wieder verlassen kann. Ansonsten kann es zu unerwünschten Gärungen und damit zu Magendruck und einer Magenkolik kommen. Raufutter verbleibt kürzer im Magen als Getreide oder Fertigfutter.  Es ist besser wenn der Nahrungsbrei möglichst kurz im Magen bleibt weswegen Raufutter so wichtig ist. Insgesamt bleibt der Brei 1- 5 Stunden im Magen.

Nach dem Magen gelangt der Speisebrei in den Dünndarm wo er in durch Enzyme und Verdauungssekrete aus dem Dickdarm, der Bauchspeicheldrüse und der Leber (Esel haben keine Gallenblase, die Galle wird also kontinuierlich in den Dünndarm abgegeben) in Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate aufgespalten wird. Hier werden die schnell verdaulichen Nahrungsbestandteile wie Stärke verdaut. Auch werden hier Vitamine, Spurenelemente und Mineralien aus der Nahrung extrahiert und resorbiert. Im Dünndarm verbleibt die Nahrung bis zu 1,5 Stunden, also relativ kurz, die gesamte enzymatische Verdauung muss in dieser Zeit abgeschlossen sein um zu verhindern dass unverdaute Nahrungsbestandteile in den Dickdarm gelangen was zu Verdauungsstörungen führen kann.

Anschließend gelangt der Brei (die übrig gebliebene Zellulose) in den Dickdarm. Hier wird er weiter durch Bakterien aufbereitet und in Fettsäuren und Vitamin B aufgespaltet. Im Dünndarm werden vor allem Kraftfutter und Nahrungsergänzungsmittel resorbiert (aufgenommen) und im Dickdarm vor allem Rohfaser (z.B. Cellulose), also vor allem Stroh, Heu und Gras. Die Mikroorganismen im Dickdarm brauchen einen gewissen Rohfasergehalt damit es nicht zu Verdauungsstörungen kommt. Der Dickdarm besteht aus dem Blinddarm und dem Grimmdarm (Colon). Im Dickdarm verbleibt die Nahrung 34 – 46 Stunden.

Siehe dazu auch die Seite über die Fütterung.

Eine komplizierte Materie, ich hoffe deswegen dass ich keine Fehler in die Beschreibung gemacht habe…

Quellen:
http://blog.esel-online.de/anatomie-des-esels/die-verdauungsorgane/
http://www.pferdepraxis-stoll.de/behandlungen_pferde_esel/esel_ernaehrung.html
https://www.pferdefluesterei.de/verdauung-pferd/
https://www.pferd-aktuell.de/pferdenah/2015/ausgabe-05-2015/themen/verdauung-beim-pferd-vom-maul-bis-in-den-magen
https://www.dr-susanne-weyrauch.de/gesundheit/die-verdauung-des-pferdes
Marisa Hafner: Esel halten

 

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