Lebensweise

Esel leben in kleineren Gruppen (siehe weiter unten) zusammen und streifen mit dieser Herde durch die Steppen und Halbwüsten im nördlichen Afrika. Eselstuten sind im Durchschnitt 12 Monate trächtig, das Neugeborene wird von der Mutter in der Regel nach dem 12. Monat entwöhnt und lebt dann weiter in der Herde mit ihr zusammen. Esel haben kein Leittier wie es z.B. Pferde haben. Die meiste Zeit des Tages verbringen sie damit das karge Gras dort zu fressen, in der Mittagshitze ruhen sie. Sie sind tag- und nachtaktiv und brauchen sehr wenig ➚Schlaf. Sie sind sehr gute ➚Futterverwerter und können bis zu drei Tage ohne Wasser auskommen. Esel sind keine reinen Fluchttiere, sie rennen bei Gefahr nicht weg. Bis auf Hengste sind Esel kaum aggressiv und verteidigen sich nur gegen Fressfeinde.

Sexualität

Eselstuten können schon im ersten Jahr ihre Geschlechtsreife erlangen, sollten aber erst mit dem 4. Lebensjahr gedeckt werden. Die Stute sollte höchstens alle 2 Jahre gedeckt werden, die Gefahr von Gesundheitsschäden ist so geringer und die Stute selbst bleibt so länger gesund und ist weniger gestresst.

Hengste werden mit etwa 2 Jahren sexuell aktiv. Wallache sind bis etwa 6 Jahren in ihrer Pubertät und wachsen bis dahin noch. Die Wachstumsphase bei Hengsten endet aufgrund des Testosterons etwas früher so dass Hengste auch etwas kleiner sind als Wallache.

Fohlen dürfen erst nach 8 Monaten von der Mutter entwöhnt werden.

Stuten werden alle 21 – 28 Tagen rossig, die Rosse dauert 6 – 8 Tage. Über die Wintermonate hinweg (Oktober – Januar) kann die Rosse aussetzen.  Hengste und Wallache erkennen ob die Stute rossig ist am Geruch des Urins der Stute (➚ flehmen). Stuten sind in der Herde in dieser Zeit sehr unruhig, bespringen sich gegenseitig und machen das typische Rossegesicht (s.u.). Sind mehrere Stuten in der Herde passiert es oft dass einige von ihnen gleichzeitig rossig werden. ➚ Ein Video dazu.

Der Paarungsakt läuft ab so dass die Stute zunächst vor dem Hengst wegrennt und ausschlägt. Der Hengst treibt sie anfangs und versucht ihr in den Hals und die Hinterbeine zu beißen. Fängt die Stute das Kauen an signalisiert sie Paarungsbereitschaft. Springt der Hengst auf beißt er der Stute in den Widerist. Die Stute streckt während des Aufspringens ihren Hals nach vorn und senkt ihren Kopf. Dabei kaut sie wiederholt und lässt das Maul geöffnet (Rossegesicht). Dies wiederholt sich einige Male. Nach der Kopulation uriniert die Stute.

Stuten tragen 11-13 Monate, im Schnitt 12 Monate. Sie gebären 1 – 2 Fohlen. Die Geburt findet meistens in der Nacht statt weil in dieser Zeit die Stute mehr Ruhe vor ihren Artgenossen hat. Die sollte während der Geburt von ihren Artgenossen getrennt werden. Allerdings muss weiterhin Sichtkontakt zu ihnen bestehen. Das Fohlen macht 30 Minuten nach der Geburt die ersten Aufstehversuche.

 

Die beiden Esel rechts sind rossig, der Wallach links entsprechend aufgeregt Rossigkeitsgesicht

Siehe dazu auch die Bilder und Videos zur ➚ Körpersprache.

Eselherde

Dazu gibt es widersprüchliche Informationen. In einigen Quellen ist zu lesen dass Esel keine Herdentiere sind. So leben die Stuten mit ihren Kindern zwar in einer Gruppe zusammen, die erwachsenen Hengste sind jedoch Einzelgänger. Junge Hengste bilden aber Hengstgruppen (Quelle: Marisa Hafner: Esel halten). Es kann aber auch zur Gruppenbildung von kleinen, gemischten oder gleichgeschlechtlichen Gruppen kommen.
Esel haben keine Rangordnung. In den jungen Hengstherden gibt es aber ein Leittier.
Die einzelnen Hengste haben ein festes Territorium das 12 bis 40 km² groß sein kann. Sie markieren es mit Kot und Urin.
Die Herden bzw. Hengste laufen sich in freier Wildbahn zufällig über den Weg, die Hengste begleiten die Stutenherde eine zeitlang und decken die Stuten dabei. Manchmal treffen sich kleinere Gruppen von Eseln und bilden zwischenzeitlich während der Nahrungsaufnahme größere Gruppen von bis zu 60 Tieren. Anschließend löst sich die Gruppe wieder auf.
Esel sind Fluchttiere, rennen aber bei Gefahr nicht weg sondern bleiben stehen. Unsere Esel rennen, wenn sie erschrecken, ein paar wenige Meter von der vermeidlichen Gefahr weg, bleiben dann stehen und schauen sich die Situation anschließend genauer an.

Hengste

Hengste sollten nur von erfahrenen Menschen gehalten werden. Sie sind sexuell sehr aktive Tiere und sind dabei sehr aggressiv. Sie können deswegen auch dem Menschen gegenüber sehr gefährlich werden.

 

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