Kälteempfinden von Eseln

Esel spüren laut einer Studie die Kälte wohl mehr als bisher angenommen. Sie sind in geringerem Maße als Pferde in der Lage sich an die Kälte und Nässe anzupassen und benötigen daher im Winter besonderen Schutz. Die Forscher nahmen im März, September und Dezember Haarproben von den Tieren und maßen Gewicht, Länge und Breite des Haares als Indikatoren für die Isolationseigenschaften des Haarmantels. Sie fanden keinen signifikanten Unterschied im Haarkleid der Esel über die Jahreszeiten. Alle drei Messungen der Isolationseigenschaften der Haarproben zeigten, dass Esel keinen Wintermantel bilden. Das Haar der Esel war im Winter deutlich leichter, kürzer und dünner als das von Pferden und Maultieren. Im Gegensatz dazu änderten die Haare der Pferde zwischen den Jahreszeiten erheblich und wurden im Winter dicker. Esel sind trotz ihres flauschigen Aussehens nicht so isoliert wie Ponys.

Der Artikel sagt wie gesagt auch aus dass es bei Maultieren und Pferden zu großen saisonalen Veränderungen im Haarkleid kommt, nicht aber bei Eseln. Esel bekommen aber eindeutig mehr Fell im Winter, das weiß jeder Eselbesitzer. Ich stell das mal zur Diskussion.

In der zugrunde liegenden Studie steht als Schlussfolgerung: „Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Esel nicht in der Lage sind das Gewicht, die Länge und die Breite der Haare in Abhängigkeit von kälterem Winterwetter wesentlich zu verändern. Daher stützen diese Daten die Notwendigkeit, getrennte Maßnahmen für Esel und Pferde, die in gemäßigten Klimazonen leben, zu ergreifen. …“

Aber wie gesagt: Esel bekommen Winterfell. Das ist Fakt.

https://www.horsejournals.com/horse-care/seasonal-care/spring/donkeys-feel-cold?fbclid=IwAR1TqrSYWMFz6puD-_tLvHR9sNVai7zpvoOgKVbsCjKuH548w7mJ6FRuhbA

Der Fachartikel dazu: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/evj.12775

Esel als Herdenschutztiere

Seit 4 Jahren nun engagiert sich die Noteselhilfe gegen Esel als Herdenschutztiere, bisher leider mit mäßigem Erfolg. Gründe gibt es viele Esel nicht als Herdenschutztiere einzusetzen. Die eiweiß- und kohlehydratreichen Weiden die für Esel nicht geeignet sind (verursacht Fettleibigkeit, Hufrehe usw), der fehlende Unterstand (Esel haben keine wasserabweisende Fettschicht unter dem Fell), der feuchte Untergrund verursacht Hufprobleme usw. Außerdem – Esel sind Herdentiere und dürfen nicht einfach allein zu Schafen gestellt werden.

Es gibt dabei viele Missverständnisse. Auch wenn Esel teilweise aggressiv gegenüber Hunden reagieren (unsere sind da ganz relaxt), so greifen sie als Herdenschutztiere keine Wölfe an. Hunde wiederrum agieren und reagieren ganz anders als Wölfe. Weitere Informationen erhält man im Noteselkurier vom Januar 2019 (PDF, ab Seite 8). Der Noteselkurier kann hier angesehen werden. Flyer zum Thema können von der Noteselhilfe bestellt werden.

Die Eselpopulation sinkt weltweit rapide

Grund ist dass China eine riesige Nachfrage nach Eselhäuten hat. Die werden unter anderem für die traditionelle chinesische Medizin verwendet. Auch ist Eselfleisch ein beliebtes Nahrungsmittel.

In China ist die Eselpopulation dramatisch gesunken, deswegen werden immer mehr Esel aus Afrka importiert. Der Preis für einen Esel hat sich teilweise schon verdoppelt. Die Tiere werden den Besitzern dort oft einfach geklaut.

Die Tiere werden teilweise auch einfach zu tode gehungert um die Haut besser abziehen zu können.

Weltweit wird mit etwa 1,8 Millionen Eselhäuten gehandelt, die Nachfrage ist aber 5 Mal so hoch. Die Population in China ist von 11 Milionen Tieren 1990 auf heute 3 Millionen Tiere geschrumpft. Die Gelatine die aus der Haut produziert  wird für bis zu 388 $ pro Kilogramm verkauft.

 

https://www.thedonkeysanctuary.org.uk/under-the-skin/what-is-ejiao
http://www.bbc.com/news/world-africa-41524710