Ein Esel wird über ein Minenfeld getragen

Es ist nur eine Banalität, aber mich nervt grade etwas: Bei dem Bild hier wird behauptet dass ein Soldat einen Esel über ein Minenfeld trägt und dann alles mögliche hinein interpretiert, auch was Corona betrifft. Das stimmt aber so nicht:
Das Bild wurde im Algerienkrieg 1958 gemacht und zeigt einen geschwächten Esel der von einem Soldaten der 13. Brigade in das Lager des Soldaten getragen wird. Der Esel wurde in der Wüste gefunden und wäre dort verhungert. Der junge Esel wurde dann im Lager wieder aufgepäppelt und wurde das Maskottchen der Einheit. Eigentlich ist die wahre Geschichte viel schöner.

Quellen:
https://fakehistoryhunter.wordpress.com/2020/04/04/not-a-donkey-being-carried-across-a-minefield/
https://www.mimikama.at/aktuelles/esel-coronavirus/
u.s.w.

Das Foto geht noch immer viral und ich hab jetzt viele Male die Geschichte mit dem Minenfeld gelesen.

Füttern fremder Tiere kann teuer werden

Es gibt ein Urteil vom OLG Karlsruhe (ist schon etwas her) nachdem das Füttern fremder Pferde einen rechtswidrigen Eingriff in das Eigentum des Klägers darstellt. Im konkreten Fall ist ein trächtiges Pferd an einer Kolik verstorben weil es von einem Besucher eines Pferdehofes mit frischem Heut gefüttert wurde. Der Beklagte hatte keine Erfahrung mit Pferden und hat entsprechend fahrlässig gehandelt, außerdem war er nicht über die Nahrungsgewohnheiten (und Nahrungsunverträglichkeiten) der Tiere informiert. Er hätte also die Gabe des Futters unterlassen müssen. Zudem hätte er erkennen können und müssen, dass eine ungeregelte und unkontrollierte Zufütterung eine Gefahr für die Gesundheit der Tiere darstellen konnte. Er muss deswegen dem Reiterhof ca. 7900 EUR Schadensersatz zahlen. Gegen das Urteil kann keine Revision eingelegt werden.

Oberlandesgericht Karlsruhe, Urteil vom 17.01.2008 – 12 U 73/07 –

https://openjur.de/u/356398.html
https://www.kostenlose-urteile.de/OLG-Karlsruhe_12-U-7307_Frisches-Heu-toetet-Pferd-Eigenmaechtige-Fuetterung-fremder-Pferde-gilt-als-fahrlaessig.news5589.htm

Esel und Corona

Ich will jetzt gar nicht viel dazu schreiben, ich will mich in das ganze rechtliche gar nicht einmischen, hier nur ein paar Links (klar, es geht hier immer um Pferde, aber man kann sich wohl sicher sein dass das auch für Esel gilt):


Die Frage in welcher Form man seine Tiere weiterversorgen darf, usw ist in jedem Bundesland anders geregelt. Hier mal ein Artikel vom ADAC darüber:

https://www.adac.de/news/corona-pferde-ausgangssperre/

Ein paar Tips zum Umgang mit der Situation stehen in der Pferderevue aus Österreich:

https://www.pferderevue.at/aktuelles/sonstiges/2020/03/coronavirus–was-pferdebesitzer-und-stallbesitzer-jetzt-tun-koen.html

Weitere Links:

Nochmal zum Thema Versorgung von Pferden: https://www.onetz.de/oberpfalz/weiden-oberpfalz/coronavirus-pferdefreunde-muessen-zuegeln-id2999100.html
Der Deutschlandfunk hat dazu (speziell bei Reitställen und Reitvereinen) auch was geschrieben, letztlich wiederholt sich der Inhalt immer wieder: https://www.deutschlandfunk.de/reiten-und-corona-man-kann-nicht-einfach-sagen-wir-machen.1346.de.html?dram:article_id=473059

Eseldokus auf Youtube und anderen Seiten

Ich hab ein paar interessante Dokus auf Youtube gefunden, für die die das nicht nur lesen wollen sondern auch mal einen Film darüber anschauen wollen. Beide Dokus gehen ca 45 Minuten (beide auf deutsch).

In dieser Doku werden alle möglichen Themen abgedeckt, Domestikation, Herkunft und Abstammung, Bedeutung der Tiere für den Menschen, Züchtung usw.

Hier gehts um die Domestikation, Religion, Bedeutung für den Menschen, kulturelle Aspekte, Züchtung und andere Dinge

Dann kam auf Arte irgendwann mal noch eine Doku die jetzt online ist. Wobei die Doku in dem Video einmal wiederholt wird. Die Reporter sind dazu in die Cevennen (Südfrankreich) gereist und wandern dort mit einem Esel.

Weitere Dokus:
https://www.spiegel.tv/videos/1539613-mensch-und-esel
Die Reporter haben Judith Schmidt und andere Eselhalter besucht, es geht um allgemeine Informationen und um Seminare für Führungskräfte. (Mit Werbung, 28:32 Minuten)

Esel und Silvester

In der Regel sind Esel in der Silvesternacht völlig entspannt, wichtig ist aber das Verhalten der Tiere entsprechend einschätzen zu können, es gibt natürlich auch Tiere die unruhiger sind. Genauer kann man das leider nicht sagen. Man kann die Situation entspannen in dem man um Mitternacht noch mal (etwas besonderes) füttert damit sie beschäftigt sind, man sollte sich aber nicht zu sehr in das Verhalten der Esel einmischen. Falls sie nervös werden brauchen sie Auslauf der so gestaltet ist dass die Tiere sich nicht verletzen, außerdem sollten sie in den Unterstand können. Es kann z.B. auch ein Radio in den Stall gestellt werden. Die Lautstärke wird dann höher eingestellt so dass die Geräusche des Feuerwerks übertönt werden.

Wer unsicher ist verbringt mit seinen Eseln die Silvesternacht.

Wir hatten am nächsten Tag auch die Böllerreste im Gehege, außerdem hatte ich Bedenken dass eventuell Betrunkene Schaden anrichten könnten, was aber bisher nicht der Fall war. Möglich wäre auch, wenn auch sehr unwahrscheinlich, dass ein Böller mal im Stroh / Heu landet.

Eine Seite die das Thema aufgreift hab ich bei den Nordbayerischen Nachrichten gefunden. Da geht es neben Haustieren auch um Pferde. Pferde, so steht dort, sind am Silvester weniger gestresst weil sie weniger geräusch-, dafür aber mehr lichtempfindlich sind (denke das muss nicht unbedingt für Esel gelten). Pferde verstehen schneller dass ihnen von den Böllern keine Gefahr droht. Ängstliches Verhalten von einem selbst überträgt sich aber auch auf das Tier. Man kann auch die Fenster ggf verdunkel. Auch eine Ohrmassage kann helfen, so ist dort zu lesen.

Thema Homöopathie: Das möchte ich hier nicht diskutieren, wissenschaftlich belegt ist jedenfalls der „Placebo-by-proxy-Effekt“ der besagt dass wenn der (in dem Fall) Eselbesitzer beruhigt ist das sich auch positiv auf das Tier auswirkt. Es spricht also nichts dagegen Bachblüten oder Globuli dem Tier zu geben, auch wenn diese keinerlei pharmakologischen Effekt haben.

(Einen ausführlicheren Artikel über Hunde an Silvester hab ich hier gefunden: https://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=20817)

Quelle: Eselforen

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Esel im Death Valley

Im Death Valley gibt es mehrere tausend Afrikanische Wildesel (im Jahr 2005 ca 3000 Tiere). Sie haben grundsätzlich keine Feinde dort und sind auch nicht von Krankheiten bedroht, so dass ihre Anzahl exponentiell steigt.

Die Tiere wurden im 19. Jahrhundert dort angesiedelt und wurden damals im Bergbau eingesetzt. Als sie dann nicht mehr gebraucht wurden weil die Minen versiegten, wurden sie im Death Valley ausgesetzt.

Mittlerweile werden sie dort allerdings nicht mehr gerne gesehen weil sie die knappen Resourcen verbrauchen und angeblich die einheimische Arten verdrängen.

In den 1930er Jahren wurden die Tiere dann eingefangen und getötet. Auch wenn 1971 ein Gesetz erlassen wurde dass die Jagt auf Mustangs und Esel verbot wurde trotzdem versucht die Population so gering wie möglich zu halten. 2002 wurde dann beschlossen 2500 der Tiere einzufangen und außerhalb in Schutzgebieten und Auffangeinrichtungen unterzubringen.

Die Esel graben bis zu 2m tiefe Löcher um an das Grundwasser zu gelangen. Dieses Verhalten wurde zunächst an verschiedenen Standorten außerhalb des Death Valleys in Arizona studiert. An diesen Löchern wachsen Pappeln und Weiden, außerdem dienen die Löcher als Wasserquellen für Amphibien, Insekten und Säugetiere.

Anders als in Arizona wo die Wasserläufe sich mit der Jahreszeit ändern, kommt das Wasser im Death Valley aus dem Schlickboden der umgebenden Berge, was zu dichter Vegetation rund um die Quellen an den Hängen führt. Die Wildesel nun erschließen dort neue Wege durch die Vegetation , graben Wasserlöcher und halten diese frei von Vegetation was wiederum den einheimischen Arten nutzt. Außerdem sorgen die Esel dafür dass die Wasserquellen offen bleiben. Nur dadurch kann die ursprüngliche Fischpopulation erhalten bleiben. Die Esel machen damit das was früher pleistozäne Säugetiere und später die einheimische Bevölkerung gemacht haben.

Seit 2018 wird das 2002 beschlossene Vorhaben die Tiere aus dem Death Valley zu entfernen umgesetzt. Die Vegetation um die Wasserquellen muss nun wieder von Menschen entfernt werden, etwas was die Esel vorher getan haben. Auch das Argument dass die Esel keine natürlichen Feinde haben ist mittlerweile widerlegt, da es im Death Valley auch Berglöwen (Pumas) gibt. Die Berglöwen werden aber ab einem bestimmten Alter geschossen, zurück bleiben junge, unerfahrene Löwen die sich damit schwer tun die Esel erfolgreich zu jagen. Außerdem halten sich die Esel gerne in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf die Löwen gerne meiden. Es sieht also nur so aus als ob die Esel keine natürlichen Feinde hätten, das Problem ist auch hier wieder einmal menschengemacht.

Dass Esel einen Einfluss auf die wasser- und futterarme Region haben und dass das Ökosystem nur wenig belastbar ist steht außer Frage. Ob die Esel dem Ökosystem mehr schaden oder mehr nutzen, dazu braucht es in den nächsten Jahren weitere Studien. Letztlich gab es im Pleistozän in Nordamerika schon Pferde, Kamele und Nashörner die dann aber ausgestorben sind. Tiere also die sich so verhalten haben wie die Esel im Death Valley heute. Die Pferde und Esel die dann von den Europäern in Nordamerika wieder eingeführt wurden füllen nun diese Lücke aus so ein weiteres Argument.

Quellen:
https://www.nps.gov/deva/learn/news/donkey-rescue-group-to-relocate-burros-from-death-valley.htm
https://undark.org/article/death-valley-burros-fate/

Esel in der kalten Jahreszeit

Wie bereitet man Esel auf die kalte Jahreszeit vor?

Esel bekommen jetzt Winterfell und sind temeraturresistenter als man denkt. Es heißt immer so einige Grad unter -10°C vertragen sie noch gut. Schlimmer ist eigentlich die nasse Kälte.

Der Stall sollte winddicht sein, allerdings sollte man darauf achten dass das Ammoniak vom Urin und der Stickstoff entweichen kann. Der Boden sollte gut mit Stroh oder anderen Materialien ausgelegt sein damit keine Kälte von unten in den Stall kommt. Esel legen sich ja über Nacht auch hin.

Je nachdem wie die Wasserversorgung gestaltet ist muss darauf geachtet werden dass das Wasser nicht zufriert. Praktisch ist das manchmal schwierig aber es sollte zumindest die meiste Zeit nicht gefroren sein. Bei Wasserkübeln kann man ein Brett hineinlegen, die Bewegung des Brettes soll das gefrieren verzögern. Man kann auch zwei Kübel ineinander stellen und dem Zwischenraum mit Styropor füllen. Unsere Esel zerstören dünnere Eisschichten nicht.

Der Energiebedarf ist aufgrund der Kälte im Winter auch leicht höher, man kann also etwas mehr zufüttern. Übrigens wärmt mehr Stroh nicht von innen wenn es gefressen wird sagte mir ein Tierarzt.

Wenn Esel frieren kann man sie natürlich auch eindecken.

Anzeichen für frieren können Zittern, Durchfall, Abnehmen und das enge Anlegen des Schwanzes sein.

Blitzlicht beim Fotografieren von Eseln

Ich hab heute im Unterstand bei dem schlechten Wetter mal mit Blitz fotografiert. Auch wenn ich schon immer der Meinung war dass das nicht gut sein kann, große Augen, sehr lichtempfindlich – das kann nicht gut für die Augen der Esel sein. So richtig drüber nachgedacht hab ich darüber aber nie. Jetzt hab ich mich mal näher mit dem Thema beschäftigt. Jeder kann das im Internet selbst recherchieren, hier will nur mal eine kurze Zusammenfassung wiedergeben:

Jeder weiß ja von sich selbst wie unangenehm das sein kann wenn man ins Blitzlicht schaut. Aus den oben genannten Gründen kann das also eigentlich nicht gut für die Augen der Esel sein, vielleicht ist es sogar schmerzhaft, so wie bei einigen Menschen auch. Außerdem kann es durchaus sein dass, obwohl die Tiere es nicht zeigen, sich die Tiere unwohl fühlen uns gestresst werden.

Was kann man tun? Die Kameraeinstellungen verändern:

  • Belichtungszeit verlängern und ggf ein Stativ gegen die Unschärfe nehmen
  • den ISO – Wert erhöhen
  • lichtstarke Objektive nehmen

Außerdem gibt das Foto, wie man an dem Bild hier erkennen kann, die Farben etc und die Stimmung nicht original wieder. Fotografisch gesehen ist das Bild einfach schlecht.

Ich hab darüber leider keine Studie o.ä. gefunden, die Meinungen in den Fotografieforen und auf anderen Seiten gehen aber alle in die selbe Richtung: Man sollte den Blitz bei Tieren vermeiden.

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Esel richtig loben

Vorweg: wissenschaftliche Belege hab ich dazu nur zu Pferden gefunden, es gibt aber diverse Quellen (u.a. das unten aufgeführte Buch) und die Methoden des Horsemanship für Esel die die Erkenntnisse auch für Esel bestätigen. Außerdem sind die Unterschiede zwischen Esel und Pferd in dem Bereich nicht so groß.

Es gibt eine Studie („The effects of patting and wither scratching on behaviour and heart rate of domestic horses„). Dort wurden zunächst die Herzfrequenzen beim Loben gemessen. Die Herzfrequenzen brachten aber keine signifikanten Ergebnisse.

Beim Kraulen am Widerrist reagierten die Pferde allerdings mit dem Absenken des Halses und mit bewegen der Oberlippe. Beim Klopfen allerdings reagierten die Pferde mit gesteigertem Ohrenspiel und stärkere Unruhe. Das Kraulen des Widerristes ist wohl die beste Methode um Pferde zu loben und kann das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Pferd verstärken. Der Grund ist dass Pferd ich gegenseitig ebenfalls gerne am Widerist kraulen, dem Klopfen entspricht aber kein natürliches Verhalten der Pferde untereinander.

Weiterhin gibt es eine wissenschaftlichen Trainingsmethode EBEC (Evidence Based Equine Communication) genannt. Es zeigt sich dabei dass Pferde leichtes Berühren in der Nähe des Widerristes akzeptieren, während das Klopfen als unangenehmer oder sogar bedrohlich wahrgenommen wird (das Pferd zeigt dabei Abwehrverhalten). Auch hier ist die Aussage dass Klopfen kein natürliches Verhalten von Pferden ist und das Streicheln des Widerristes der gegenseitigen Fellpflege entspricht.

Übt man mit den Eseln sind auch Pausen eine gute Methode um zu loben. Außerdem sollte man auf seine Stimme achten. Hohe Stimme bedeutet immer Freundlichsein, tiefe Stimme geht eher in Richtung Schimpfen, so wie bei den Menschen untereinander auch. Auch hilft es ganz bewusst zu lächeln. Leckerlies sind zum Loben dabei grundsätzlich abzulehnen. (das sind Methoden aus dem Horsemanship für Esel).

Quellen:
Anahid Klotz: Esel und Mensch
https://www.pferderevue.at/magazin/ausbildung/2015/07/empfinden_pferdeklopfenalslob.html
https://andreakutschakademie.com/wie-lobe-ich-mein-pferd-richtig/
http://www.reinhardt-verlag.de/media_pdf/leseprobe02843.pdf

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Der Esel zu Ostern in der Bibel

Ich selbst bin nicht gläubig, aber für die die es interessiert hier mal die Rolle die der Esel zu Ostern in der Bibel spielt.

Jesus ritt am Palmsonntag auf einen Esel nach Jerusalem. Dort gibt es das Paschafest, ein Fest ganz für Juden. Das ganze ist im Matthäusevangelium beschrieben. Mit dem Palmsonntag beginnt dann die Karwoche (letzte Woche der Fasten- oder Passionszeit und die Trauerwoche vor Ostern). Palmsonntag deswegen weil das Volk in Jerusalem Jesus zujubelte und dabei Palmzweige verstreute.

In der Bibel ist der Esel das wichtigste Reit- und Zugtier das auch in schwierigen Gelände einsetzbar ist. Deswegen war zu der Zeit in der die Bibel handelt, der Esel ein ein Symbol für Vornehmheit und Intelligenz und steht dort nicht für die Armut der Menschen.

In den Katholischen Kirchen wird am Palmsonntag der Anfang des 21. Kapitel im Matthäusevangelium (Mt 21,1-11) vorgetragen. Dort heißt es:

„Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Betfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen: ´Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: / Siehe, dein König kommt zu dir. / Er ist friedfertig / und er reitet auf einer Eselin / und auf einem Fohlen, / dem Jungen eines Lasttiers.‘ Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte.

Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: ´Hosanna dem Sohn Davids! /
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. / Hosanna in der Höhe!‘ Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte: ´Wer ist das?‘ Die Leute sagten: ´Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.‘“

Seit etwa dem 7. Jahrhundert, je nach Region, werden Palmprozessionen durchgeführt. Im Mittelalter und im Barock ritten die Dorfpfarrer dabei zunächst auf einen echten Esel den Prozessionsteilnehmern voran. Der Esel wurde aber später durch einen hölzernen Esel auf dem eine Christusfigur saß ersetzt weil der Esel doch nicht so mitlaufen wollte wie er sollte.

Eine kleine Randbemerkung die nicht sooo ernst gemeint ist:
Jesus war ja angeblich 1,87m groß. Damit wog er also so um die 80 kg. Es gibt ja die 20% – Regel, nach der man Esel mit max 20% vom Körpergewicht belasten darf. Der Esel hätte also 400kg schwer sein müssen. Ein normaler 1,30cm Esel wiegt etwa 250kg, 20% davon sind max 50kg. Ein Fall für den Tierschutz also. 🙂

Es gibt dazu auch noch eine Geschichte, die Legende vom Eselkreuz:

Am Karfreitag wurde ja Jesus gekreuzigt. Eine Legende dazu geht so:

Ein armer Bauer in der Nähe von Jerusalem besaß einen Esel, der viel zu klein war, um überhaupt viel Arbeit leisten zu könnnen.
Der Bauer konnte es sich nicht leisten ein so wertloses Tier zu unterhalten.
Beim Abendessen erklärte er seiner Familie, dass er den Esel töten würde. Seine Kinder, die den kleinen Esel liebten, baten ihn, ihn zu verkaufen, anstatt ihn zu töten.
Der Bauer sagte jedoch: „Es ist falsch, ein Tier zu verkaufen, das keine gute Arbeit leisten kann.“ Dann schlug seine älteste Tochter vor: „Vater, binde den Esel an einen Baum an der Straße in der Stadt, wer will kann den Esel nehmen. Am nächsten Tag band der Esel ihn an einen Baum. Bald näherten sich zwei Männer und fragten, ob sie den Esel haben könnten. „Er kann fast nichts tragen“, warnte der Landwirt. „Jesus von Nazareth braucht ihn“, antwortete einer der Männer. Der Bauer konnte sich nicht vorstellen, was er mit einem so wertlosen Esel wollte, aber er übergab ihn.
Die Männer brachten das Tier zu Jesus, der das Gesicht des Esels streichelte, dann auf den Esel stieg und davon ritt. An dem Tag, an dem wir Palmsonntag feiern, führte Jesus seine Anhänger in die Stadt Jerusalem. Er selbst saß auf dem Rücken des kleinen Esels. Der Esel hat seinen Herrn so geliebt, dass er ihm später nach Golgatha (Ort an dem Jesus gekreuzigt wurde) folgte. Aus Trauer vor dem Anblick Jesu am Kreuz wandte sich der Esel ab, konnte aber nicht gehen. Damals fiel der Schatten des Kreuzes auf die Schultern und den Rücken des Esels und blieb dort. Alle Esel tragen seit diesem Tag das Kreuzzeichen auf dem Rücken.

(nach Sue Weaver: The Donkey Companion)

Ich bin ehrlich und sage ich blick grade nicht mehr durch: Sind das jetzt 2 verschiedene Esel? Also der Esel der Jesus nach Jerusalem begleitete und der Esel der ihn zur Kreuzigung begleitete? Die Geschichten ähneln sich ja. Vielleicht kann da jemand von den Lesern mal für Aufklärung sorgen und hier kommentieren. Vielen Dank!!!

Der Esel in der Weihnachtsgeschichte

Quellen:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/ostern-gott-und-der-esel.1124.de.html?dram:article_id=28270
https://de.wikipedia.org/wiki/Palmsonntag
https://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/matthaeus/21/
https://www.kirche-und-leben.de/artikel/was-wird-an-palmsonntag-gefeiert/
u.a.

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