Fellwechsel im Herbst

Zum einen wird der Fellwechsel durch die Kälte ausgelöst, zum anderen durch das abnehmende Tageslicht.

Fell (und Horn) bestehen aus Keratin, einem Eiweiß das nur schwer zu zersetzen ist. Die vermehrte Eiweißproduktion ist eine Höchstleistung für den Stoffwechsel bei dem mehr Energie und Spurenelemente benötigt werden. Man kann das unterstützen in dem man etwas mehr Futter mit erhöhtem Eiweißgehalt, Mineralien und hochwertigen Ölen füttert. Auch Bierhefe (Aminosäuren) und Leinsamen kann man füttern.

Es gibt die verschiedensten Rezepte dafür.
Wir haben für unsere Normalesel immer 5 große Becher Crops, drei große Becher Müsli, einen Esslöffel Mineralfutter, einen Esslöffel Leinöl und einen halben Messbecher (der der in der Dose mit dabei war) Zink* gefüttert.  Manchmal haben wir auch einen Apfel oder eine Möhre mit rein geschnitten. Das ganze lässt man in warmem Wasser (geht schneller) einweichen und verfüttert das dann in einem Eimer. Die Eimer haben wir aber nur jeden zweiten Tag gefüttert. Man sollte beim fressen entweder dabei bleiben oder die Tiere anbinden. Das Tier das zu erst fertig mit seinem Eimer ist will natürlich auch den Eimer des anderen Esels leer futtern. Je nach Durchsetzungskraft des einen oder anderen Tieres gelingt dies mal mehr und mal weniger gut. Es war jedenfalls immer lustig :-).

*es gibt natürlich unterschiedliche Arten von Zinkpulver im Handel, deswegen muss die Dosierung an das jeweilige Pulver angepasst werden (Text auf der Dose / Tierarzt fragen)

 

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Schlafverhalten von Eseln

Ich hab 7 Tage lang von abends 18:00 Uhr bis morgens 6:00 Uhr jeweils alle 5 Minuten ein Foto vom Unterstand machen lassen (Nachts mit IR-Dioden). Es sind so insgesamt 1000 Bilder entstanden die ich dann ausgewertet habe.

Ob man das Verhalten von unseren Eseln verallgemeinern kann weiß ich natürlich nicht.

Unsere Esel gehen kurz nach Sonnenuntergang in den Stall und sind auch früh nach Sonnenaufgang weiterhin drin.

Pro Nacht sind sie zwischen 4,5 und 5 Stunden im Stall, wobei sie da bis zu 3 Stunden am Stück sind. Insgesamt sind sie aber recht unruhig und auch über Nacht oft nur kurz im Stall und oft auf der Weide.

Sie liegen im Stall ausnahmslos zwischen 23:30 Uhr und 4:30 Uhr.

Unsere Esel liegen maximal 1 Stunde und 20 Minuten auf dem Boden,der Durchschnitt beträgt nur 30 Minuten.

Auf keinem der Fotos war allerdings zu sehen dass sie wirklich mal die Augen geschlossen hatten.

Jeder Esel hat immer seine feste Schlafposition, der eine liegt hinten, der andere in der Mitte und der dritte vorn. Es kommt nicht so oft vor aber man kann doch immer mal wieder beobachten dass alle drei Esel gleichzeitig dort liegen. Einer wacht also immer, sie sie scheinen sich dennoch im Stall relativ sicher zu fühlen.

  • Wildkamera

 

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Das eigene Befinden und der Esel

Esel sind sehr sensible und emphatische Lebewesen. Sie nehmen die eigene Stimmung und die eigenen Gedanken sehr gut auf (durch Mimik/Gestik/Intonation der Stimme/Geruch/…) und reflektieren diese sehr gut. Ich selbst komme aus der Naturwissenschaft und bin ein sehr rationaler Mensch. Die Erfahrung dass der Esel je nach Stimmung auf mich reagiert habe ich aber selbst immer wieder gemacht.

Ein Esel ist deswegen auch sehr gut (besser als Pferde) für Therapiezwecke geeignet.

Die Frage die sich dann aber stellt ist, was ist wenn es mir mal nicht gut geht? Das überträgt sich dann ja auf den Esel, er spürt das. Das ist wiederum nicht gut wenn wir zB spazieren gehen, der Esel fühlt sich dann auch unsicherer wenn ich mich unsicher fühle. Verbergen lassen sich ja meine Unsicherheit, meine Angst und meine negativen Gefühle / Gedanken erstmal nicht.

Unsere Eseltrainerin hat mir mal folgendes Schema mit an die Hand gegeben:

Ich kann also nur durch mein Tun auf die Situation einwirken, wie es mir geht muss ich erstmal akzeptieren, dann ergreife ich Maßnahmen um mein Befinden zu verbessern was der Esel „im außen“ merkt.

Bestenfalls verändert sich dann mein Befinden was sich dann positiv auf den Esel auswirkt.

 

 

 

Vor allem versuche ich dann immer achtsam zu sein. Das heißt ich konzentriere mich auf meine Umwelt, was rieche ich, was sehe ich, was schmecke ich, was spüre ich (Wind, Wärme an den Händen, Bodenbeschaffenheit an den Füßen usw) und wie fühlt es sich an einen Esel neben sich zu haben. Wenn neue negativen Gedanken aufkommen lass ich sie kommen und gehen ohne sie zu bewerten und versuche anschließend wieder achtsam zu sein. Außerdem versuche ich mich innerlich zu entspannen. Ich achte darauf dass die Zähne nicht zusammengepresst sind, machen meinen Körper schwer wie mein autogenen Training und achte auf meinen Atem.

Es geht dabei auch darum im Hier und Jetzt zu sein und den Gedankenmüll mal wegzuschieben um einfach mal etwas zur Ruhe zu kommen.

Das sind alles Elemente aus der Psychotherapie die man dabei sehr gut anwenden kann.

Letztlich gibt es einige Methoden, jeder muss für sich die richtigen finden.

Und: Üben, üben, üben :-)!

Wenn man Esel regelmäßig betreut kann man sich an den Tagen an denen es einen besonders schlecht geht einfach mal zurückhalten.
Ich mach dann immer nur das Notwendigste (Misten, Hufe, Fell, Wasser, Heu, Heunetze) und den Rest der Zeit bin ich einfach nur da. Ich beobachte die Esel, kuschel mit ihnen, rede mit ihnen, setz mich zu ihnen ins Gras und mache die oben beschriebenen Übungen. Ich nehm mir den Druck irgendeine Trainingseinheit durchführen zu wollen. Nebenbei kann man die Zeit dann auch nutzen um besonders originelle oder ulkige Fotos zu machen. Mir macht das immer Spaß.
Esel als Therapietier eben.

Die Esel sind übrigens trotz der Tatsache dass ich einen schlechten Tag hatte mit rausgegangen und haben sich auch nicht losgerissen :-).

 

Esel in anderen Sprachen

Ich hab immer nie durchgeblickt was der Unterschied zwischen donkey, ass, burro, jack, jackass, jenny, jennet, mule und hinny ist – was aber wichtig ist wenn man englische Bücher liest.

Esel in anderen Sprachen

Englisch

donkey – der Esel
ass – der Esel
burro – der Esel
jackass – der Esel (abschätzig)
wild burro –  Ẃildesel
jack – Eselhengst
jenny – Eselstute
jennet – Eselstute
foal – Fohlen
stallion – Pferdehengst
mare – Pferdestute
mule – Vater ist ein Esel, Mutter ein Pferd
hinny – Vater ist ein Pferd, Mutter ein Esel
breed – Rasse
stubborn donkey – störrischer Esel
equine – pferdeartig

Andere Sprachen

asinus – lateinisch – der Esel
equus – lateinisch – das Pferd
burro – spanisch, portugiesisch – der Esel
āhiya (አህያ) – amahrisch [Äthiopien] – der Esel
hamar (حمار) – arabisch – der Esel
khur – persisch – der Esel
baudet – französisch – der Esel
gáidaros (γάιδαρος) – griechisch – der Esel
asino – italienisch – der Esel

Die Eselpopulation sinkt weltweit rapide

Grund ist dass China eine riesige Nachfrage nach Eselhäuten hat. Die werden unter anderem für die traditionelle chinesische Medizin verwendet. Auch ist Eselfleisch ein beliebtes Nahrungsmittel.

In China ist die Eselpopulation dramatisch gesunken, deswegen werden immer mehr Esel aus Afrka importiert. Der Preis für einen Esel hat sich teilweise schon verdoppelt. Die Tiere werden den Besitzern dort oft einfach geklaut.

Die Tiere werden teilweise auch einfach zu tode gehungert um die Haut besser abziehen zu können.

Weltweit wird mit etwa 1,8 Millionen Eselhäuten gehandelt, die Nachfrage ist aber 5 Mal so hoch. Die Population in China ist von 11 Milionen Tieren 1990 auf heute 3 Millionen Tiere geschrumpft. Die Gelatine die aus der Haut produziert  wird für bis zu 388 $ pro Kilogramm verkauft.

 

https://www.thedonkeysanctuary.org.uk/under-the-skin/what-is-ejiao
http://www.bbc.com/news/world-africa-41524710

 

 

The Donkey Sanctuary – Webcams

Die Donkey Sanctuary ist eine Wohltätigkeitsorganisation die sich um Esel in Not kümmert. Ihr Hauptsitz ist im Süden Englands, in Devon, es gibt aber auch Einrichtungen in Irland, Zypern, Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal, Rumänien und Spanien, weiterhin in verschiedenen Ländern in Afrika und in Mexiko. Leider gibt es keine Niederlassung in Deutschland (Bei uns engagiert sich die Noteselhilfe für solche Esel, allerdings in einer anderen Art und Weise). Insgesamt betreut die Organisation über 4000 Esel. Man kann die Esel auch jederzeit besuchen. Auf ihrer Webseite (engl), https://www.thedonkeysanctuary.org.uk/, kann man sich einen Überblick über die verschiedensten Projekte der Organisation verschaffen, Kurse belegen, dort werden auch Esel vermittelt und man kann sich auch (ehrenamtlich) dort enagieren. Was auch sehr interessant ist, ist, dass dort in Sidmouth mehrere Webcams installiert sind. Man kann so direkt in den Stall und auf das Gelände schauen und dutzende von Eseln und ihr Sozialverhalten beobachten.

Einen Überblick über alle Webcams findet man hier:
https://www.thedonkeysanctuary.org.uk/webcams
Die Webcam im Unterstand ist hier zu finden:
https://www.thedonkeysanctuary.org.uk/webcam1
Die Übertragung schaltet sich alle 10 Minuten ab, man muss dann das Video durch einen Klick neu laden.